Samstag, 29. Dezember 2012

We take this Rap Game seriously...

Eching in Oberbayern zählt zu der Kategorie an Gemeinden, die man in der Regel höchstens ansteuert, wenn die Ghostbusters vollzählig auf dem Rücksitz Platz genommen haben: Wie auf dem Acker üblich trifft man fast ausschließlich auf intellektuell inhibiertes Menschenmaterial, die drei wichtigsten Ämter im Dorf (Pastor, Bürgermeister und Besitzer des Stundenhotels) werden hier in Personalunion ausgeübt, der Kirchen-Chor rockt den Marktplatz härter als die Village People ne Transenbar auf St.Pauli, ein klerikales Hochfest klatscht das nächste ab und als primäre Entwicklungsziele werden die Renaturierung einer Kiesgrube sowie der Bau einer Umgehungsstraße ausgegeben...

Im Jahre 2001 allerdings ereignete sich ein jugendkulturelles Highlight, zu dem eine kleine Rückblende durchaus lohnenswert erscheint: Ein ortsansässiger Trupp versprengter Alternativer hatte einen Event mit Namen "Rap gegen Rechts" ins Leben gerufen, offenbar als Konterveranstaltung zum CSU-Sommerfest, auf denen auch eine aufstrebende Gruppe talentierter Sprechakrobatiker nebst DJ eingeladen wurde, die wir im folgenden abweichend von ihrem eigentlichen, recht unkreativen Namen zielgerichteter "Da Aspergaz" nennen wollen. Diese Combo besteht, zumindest bei besagtem Auftritt, aus vier Personen: Einem DJ, der feinste Flipperautomaten-Beats bereitstellt, sowie drei Rappern, welche sich, sofern nicht eh schon vorhanden, jeweils sprachlich einen Migrationshintergrund angesoffen haben. Auf dieser für das beschauliche Eching doch recht progressiven Veranstaltung kommt es nun zu einer interessanten Performance, welche ausgehend von der künstlerischen Darbietung sich in zahllose Handlungsstränge aufsplittet: 

Zunächst droppen die augenscheinlich unter genitaler Hypertrophie leidenden "Da Aspergaz" ihre Punchlines zum Thema "Die Frau als Defizitärwesen" und haben dabei mehr Messages am Start als die Beschwerdemailbox der Telekom an einem Montag Morgen. Da aber die im Text doch recht subtil eingestreute Ansammlung apodiktischer Aussagen etwas forsch eine gewisse, sagen wir mal, Bewirtungs-Mentalität in Bezug auf erotische Handlungen suggeriert, versucht die braunbezopfte Tochter des örtlichen Bibliothekars diesen Umstand kritisch zu hinterfragen. Ihre nun folgende Rede gerät allerdings ob des baldrianösen Vortragsstils und der zahlreichen Nebenkriegsschauplätze schnell in Randlage: Beim teilweise militanten Kampf um die Lufthoheit über die Anlage drückt ein Argumentations-Klaus dem nächsten das Mikrophon in die Hand, die rappende Rothose ("ich flipp aus Aldaa") sucht buchstäblich händeringend einen Schmerzempfänger für seine Aktionspotenziale im Oberarm, sein Haupt-Antagonist Birkenstock-Bernd versteht nicht, warum Rothose so ungehalten auf seine christliche Mediatoren-Tätigkeit reagiert, eine offenbar zur Crew zählende Dame singt ein feministisches Hohelied aufs Ficken und immer weitere verbale Schundliteraten betreten die Bühne und stellen jeweils goebbelesk ihre rhetorischen Brandbeschleuniger vor. 

Aber sehen Sie zunächst selbst:



Starten wir nun eine kleine analytische Aufbereitung der ganzen argumentativen Szenerie: 




1.) Melodien für Millionen

Zunächst einmal sei die Frage erlaubt: Gibt es eigentlich irgendeinen Grund, warum diese Veranstaltung derart gut besucht ist ?


2.) Sexismus ist eine pure Erfindung von den scheiß Fotzen

"Ich hab auch ne Mutter, meinst du ich hab was gegen Frauen ?" sprach ein Mitglied der "Aspergaz"

Eine wunderbare Argumentation, mit dem uns der Teilnehmer punktgenau aufzeigt, dass Sexismus per se nicht möglich ist, außer vielleicht bei Reagenzglaskindern mit schwulem Elternpaar. Ebenso wie jeder Südstaatler dieser Denkweise nach nun behaupten kann: "Ey, auf meiner Baumwollplantage arbeiten Neger für mich, wie soll ich da rassistische Vorurteile haben ?"


3.) Form bricht Inhalt

"Wir ham doch gerappt vorhin, is doch cool man" sprach ein Mitglied der "Aspergaz"

Diese Entgegnung auf die latenten Sexismus-Vorwürfe der Gleichstellungsbeauftragten ist ebenso eine wunderbare Fehlfunktion im limbischen System der Crew: Welche Street Credibility würde wohl der Sportpalastrede in der bayrischen Hip-Hop-Community zugekommen, hätte der Propaganda-Minister sie im Februar 1943 mit Beats unterlegt, sprechgesanglich dargeboten und als "Battle-Rap" ausgegeben...


4.) Zur Singularität der Zielperson

"Ich diskriminier nicht alle Frauen, ich diskriminier eine Fotze" sprach ein Mitglied der "Aspergaz"

Die Transferierung der von den "Aspergaz" benutzten bayrischen Sprache ins Deutsche nimmt etwas Mühe in Anspruch. Trotzdem an dieser Stelle der Versuch einer sinnvollen Übersetzung. Manchmal disst pure Zitation einfach am besten:

"fick die mit geilen Titten, die sich mit deinen echt messen
nicht zu dick oder zu dünn, Hoe (Anm.: Slang für Schlampe) dann fick dich ganz schö'
ruh dich nicht auf deinem G'sicht aus
Ja Frau, ich wichs drauf (2x)
Alle Weiber, alle Weiber, Ischen wollt ihr ficken macht die Beine breit (5x)"


5.) Galante Gleichnisse

"Es gibt auch Männer die Fotzen sind" sprach ein Mitglied der "Aspergaz"

Mag sein, aber warum ficken sich "da Aspergaz" dann nicht permanent gegenseitig selbst in den Arsch ?


6.) Solide Selbsteinschätzung

"Ich bin doch nicht blöd Alter!" sprach ein Mitglied der "Aspergaz"

Kurz bevor das Video ausblendet, droppt der man an den Tellern nochmal kurz seinen kognitiven Anspruch. Nun, selbiges behauptet Media Markt auch von sich und ebenso erblickt man in diesem Geschäft bei gleicher Überschrift nur überflüssiges Gerümpel. 

Recherchen ergaben übrigens, und dies ist kein Scherz, dass der Frontman (mittig stehend) der "Aspergaz" an einem bayrischen Gymnasium sein Abitur mit der Note 1,8 ablegte. Also entweder hat er sich seine Tätigkeit in dieser Rap-Combo als Zivildienst anrechnen lassen, oder die Interpretationen zur Pisa-Studie und der süddeutschen Schulsysteme müssen neu überdacht werden. 



Naja, wie dem auch sei. Kurz nach Abdrehen des Videos kam dann der eigentliche Headliner Kool Savas, streichelte den "Aspergaz" kurz durchs Haar und sprach: "Hömma Kinners, hier habta nen Heiermann und nu geht ma anne Bude bei und holt euch lecker Klümkes"




Samstag, 27. Oktober 2012

Lies und gesunde: Gottgefälliges Kacken (muslimisch)


Wegen häufiger Irritation ein Hinweis an den Leser: Im nachfolgenden Traktat sind die als Zitate gekennzeichneten Textstellen Originalzitate (!) aus religiösen Texten, nachzubeten in den mitgelieferten Verlinkungen.


Wir als führendes Blog aus dem schönen Liechtenstein* sind natürlich auch dem interkulturellen Austausch verpflichtet. Anlässlich des gerade anstehenden islamische Opferfestes wollen wir das Verständnis für fremde Kulturen fördern, denn wer hätte z.B. gedacht, das der sogenannte Weddinger Gruß ("Ey, du Opfer!") in diesen Tagen auch einfach eine sprachlich unbeholfene Essenseinladung zu einem frisch geschächteten Paarhufer sein kann. 
Auch um bei einem solchen Anlass gesellschaftliche Peinlichkeiten zu verhindern, wollen wir im zweiten Teil der "Gottgefällig Kacken"-Reihe uns den Defäkiervorschriften des Islams zuwenden, aber auch die verwandte Frage "Wie pisst der Salafist" beantworten.

Zunächst einmal ein paar Basics zum Gedankengebäude des Islams. Dieser ist ja bekanntlich eine Buchreligion, was unter anderem den Vorteil mit sich bringt, für eine effektive Beschimpfung lediglich einen Haufen bedruckter Zellulose verbrennen zu müssen, und nicht etwa eine ganze Kuh den Flammen zu übergeben wie dies z.B. für eine fachgerechte Beleidigung des Hinduismus nötig wäre. Man denke da auch mal an die Sauerei (sic!) so einer Kuhverbrennung.
Koranverteilung.


Vermutlich im nicht-anglophonen Sprachraum fotografiert.
Ein weiterer Vorteil einer Buchreligion ist, dass man mit hinreichender Dicke des heiligen Pamphlets darin jeglichen aberwitzigen Gedanken propagieren und an anderer Stelle wieder negieren kann. Ob nun Ungläubige töten oder Ungläubige tolerieren, Frauen unterdrücken oder Frauen gleichberechtigen, Schwule totschlagen oder Schwule steinigen, jeder hat irgendwie recht. Wichtig ist dabei auch, dass Verwirrspiel noch auf die Spitze zu treiben, in dem man sich nicht die Mühe macht, den Inhalt nach Themenfeldern zu sortieren. Im Koran z.B. wurde zum bewährten Mittel literarischer Veredelung gegriffen und die Suren der Länge nach angeordnet.
Da sich der Koran leider über viele Dinge ausschweigt, greift der ratsuchende Muslim auch noch zu den Hadithen, das sind Erzählungen von Wegbegleitern Mohammeds aus dessen Leben, in der er auch die eine oder andere Weisheit droppt. Aus diesem Konglomerat wurde dann die Sunna zusammendestilliert, ein Katalog von Dingen, die man tuen oder besser lassen sollte.

Die Hadithen widmen sich dem Problemfeld der Entstuhlung in großem Detailreichtum, dutzende Mal ist der Klogang des Propheten beschrieben. Kein Wunder, denn als Superstar seiner Zeit war er unter ständiger Beobachtung. Vermutlich als Lehre daraus ordert heutzutage bekanntlich jeder noch so mediokre Rockstar sein privates Örtchen.

Doch nun in medias res: Für den korrekten Schiss islamischer Provenienz ist zunächst einmal die Wahl des richtigen Ortes zu behandeln:
Abdullah  b. Ja'far berichtete: [...] und der Bote Allahs (Friede sei mit ihm) mochte die Verschwiegenheit eines erhabenen Platzes oder einer Gruppe von Datteln (beim Beantworten des Rufes der Natur), Ibn Asma' sagte in seiner Erzählung: Es bedeutet eine Umfriedung aus Dattelbäumen. 
Diese Wahl des bevorzugten Örtchens ist selbst in den Volksmund der westlichen Hemisphäre mit "Wo ein Wille, da ein Gebüsch" eingegangen. Aber Achtung:
Abu Huraira berichtete: Der Bote Allahs (Friede sei mit ihm) sagte: Sei auf der Hut vor zwei Dingen, die Flüche auslösen. Sie (die anwesenden Gefährten) sagten: Bote Allahs, was sind diese Dinge, die Flüche auslösen? Er sagte: Erleichtern auf einer Straße oder im Schatten (wo sie Schutz und Ruhe suchen).
Muslim : Buch 2 : Hadith 516
Allgemein raten wir aber von der Erleichterung unter freiem Himmel ab, selbst wenn ein angemessener Platz gefunden wurde. Schließlich erfordert dies nicht nur die Mitführung eines Kompasses, sondern auch navigatorische Grundkenntnisse. Belecktheit in Himmelsmechanik schadet auch nicht, zusätzlich die schwierige Wahl zwischen Großkreis- oder Loxodrommethode, naja Sie wissen schon.
Abu  Ayyub berichtete: Allahs Apostel (Friede sei mit ihm) sagte: Wenn du in die Wüste gehst, drehe beim Antworten auf den Ruf der Natur weder dein Gesicht noch deinen Rücken zur Qibla [Anm. d. Red.: Gebetsrichtung nach Mekka], sondern blicke nach Ost oder West. Abu Ayyub sagte: Als wir nach Syrien kamen, fanden wir Latrinen, die bereits in Richtung der Qibla gebaut waren. Wir drehten unsere Gesichter weg und baten um Verzeihung bei dem Herrn. Er sagte: Ja.
Muslim : Buch 2 : Hadith 507
Zu beachten ist, dass auch Jerusalem nicht in Schussrichtung liegen sollte. Unsere Empfehlung ist deshalb die erwähnte "syrische Methode", also auf bereits gebaute Toiletten gehen, auf die Himmelsrichtung zu scheißen, kurz eine Entschuldigung nach oben senden und auf das OK warten. Das macht Spaß und fördert den theologischen Diskurs.
Sollte der richtige Ort gefunden sein, gilt es noch eine magische Formel zu sprechen:
Anas erzählte: Immer wenn der Prophet ging, um dem Ruf der Natur zu antworten, sagte er: "Allah-umma inni a'udhu bika minal khubuthi wal  khaba'ith" (Oh Allah, ich ersuche um deinen Schutz vor allen anstößigen und bösen Dingen (böse Taten und bösen Geistern))
Bukhari : Buch 4 : Hadith 144
Profitipp: Dies mit einem entsprechenden Verve im Originalton vorgetragen, sollte zur instantanen Depopulierung jeder überfüllten öffentlichen Bedürfnisanstalt führen. Positiver Nebeneffekt: das nachfolgendes Gebot ist leichter zu befolgen.
Abu Said Al-Khudri erzählte, dass der Bote Allahs sagte: "Zwei Personen sollen sich nicht unterhalten, während sie sich erleichtern, noch sich gegenseitig auf die Geschlechtsteile schauen, Allah, der Mächtige und Großartige, hasst das" 
Majah : Buch 2 : Hadith 342
Vermutlich kein Muslim.


Trotz korrektem Nicht-Einsatzes der rechten Hand: 
Im Stehen pinkeln ist verpönt.
Damit wäre en passant die Etymologie des Begriffes "Stilles Örtchen" geklärt. Zu beachten ist, dass die unter Männern so beliebten Urinale tabu sind,  denn schon Mohammed als Frauenversteher befolgte den Merksatz genervter  Hausfrauen "Nicht spritzen, Sitzen!":
Aisha erzählte: "Falls jemand dir erzählt, dass er den Boten Allahs im Stehen  urinieren gesehen hat, glaube ihm nicht, denn ich habe ihn immer im Sitzen urinieren gesehen." 
Majah : Buch 2 : Hadith 307
Bevor sich nun aber freudig der Hintern freigelegt wird um den Ausscheidungsvorgang zu beginnen, sollte man sich in Erinnerung rufen, dass man ab jetzt als Einhandsegler unterwegs ist:
Aba Qatada berichtete: Allahs Bote (Friede sei mit ihm) verbot uns, in den Becher zu atmen, den Penis mit der rechten Hand zu berühren und nach dem Erleichtern mit der rechten Hand abzuwischen.
Muslim : Buch 2 : Hadith 513
Sollte man sein Geschäft dann trotz paralympischer Herausforderung erfolgreich beendet haben, besteht noch die Frage der fachgerechten Säuberung der Ausscheidungsorgane:
Erzählt von Aisha, Ummul Mu'minin: Allahs Apostel (Friede sei mit ihm) sagte: Zehn sind die Handlungen nach der Fitra (Natur): den Schnurrbart schneiden, den Bart wachsen lassen, den Zahnstocher zu benutzen, die Nägel schneiden, die Fingergelenke waschen, die Haare unter den Achseln auszupfen, die Schamhaare rasieren, die Geschlechtsteile mit Wasser reinigen (nach dem Erleichtern oder Urinieren). Der Erzähler sagte: Das Zehnte habe ich vergessen, aber es könnte das Spülen des Mundes sein.
Dawud : Buch 1 : Hadith 52
Dies kann auf einer handelsüblichen mitteleuropäischen Toilette zu interessanten Szenen führen, schließlich folgt einem nicht ständig ein Junge mit einem Wassereimer auf's Klo, wie dies von Mohammed überliefert ist. Bevor man nun aber anfängt, aus der Villeroy & Boch-Oase zu schöpfen, kann man auch zu der bewährten Tüte Kiesel greifen, die man als guter Muslim stets bei sich trägt, um bei eventuellen Spontan-Steinigungen mit von der Partie sein zu können.
[...]Falls jemand gezwungen ist, Steine zu benutzen um seine Geschlechtsteile zu säubern, so soll er eine ungerade Anzahl an Steinen benutzen (Drei, Fünf oder Sieben)
Muslim : Buch 7 : Hadith 2982
Zugeschaut und nachgebaut:


Mohammed beim vorschriftsgemäßen Klogang
Genauer wäre wohl "ungerade, kleiner als zehn und prim", weswegen der Araber vermutlich auch später die Mathematik erfunden hat. Anzumerken ist, dass die Wahl des Reinigungsmittels hierbei nur für Menschen befremdlich sein mag, die noch niemals mit dem sogenannten Toilettenpapier der Marke "Elefant Schleifmittel" in öffentlichen Toiletten in Kontakt getreten sind, welches locker in punkto Mohs-Härte in der Pflasterstein-Liga mitspielen kann.

Dieser Anforderungskatalog mag für den Einsteiger anspruchsvoll klingen, es lohnt sich aber ihn zu verinnerlichen, schließlich will man nicht in Unannehmlichkeiten wie diese verstrickt werden:
Ibn 'Abbas erzählte: Einmal hörte der Prophet beim Gehen über einen der Friedhöfe von Medina oder Mekka die Stimmen von zwei Personen, die in ihren Gräbern gefoltert wurden. Der Prophet sagte: "Diese zwei Personen werden nicht wegen einer großen Sünde gefoltert." Dann fügte der Prophet hinzu: "[...] Allerdings, einer von denen hat sich niemals davor geschützt, beschmutzt zu werden von seinem Urin [...]


* Was natürlich dreist gelogen ist, aber Aufklärung zu der Frage "Sind wirklich alle Flaggen der Länder der westlichen Hemisphäre im Gaza-Flag-Burning Package" bringen soll.

Dienstag, 11. September 2012

Sport Aktuell, Teil 1

Zum heutigen Duell Hohenzollern gegen Habsburg eine 
kleine Revue auf die wahren Geschehnisse von Cordoba 78:



Mittwoch, 22. August 2012

Lies und gesunde: Gottgefälliges Kacken (christlich)

Wegen häufiger Irritation ein Hinweis an den Leser: Im nachfolgenden Traktat sind die als Zitate gekennzeichneten Textstellen Originalzitate (!) aus religiösen Texten, nachzubeten  in den mitgelieferten Verlinkungen. 

Für den Koprologen unverzichtbar:
die Bristol Stool Chart (BSC)

Vielleicht ist dem einen oder anderem Leser dieses Blogs auch schon mal unter gekommen dass er sich an stillen Orten existentielle Fragen gestellt hat. Und gerade dieses lädt dazu ein, insbesondere wenn man sich eine BSC-Type 2 aus der Rektumampulle quält. Und wir sprechen nicht von solchen grundlegenden Fragen wie "Facebook oder StudiVZ" (längst entschieden), sondern spielen in der Liga „was wenn Papa Ratzinger doch recht hat“. Dieser ermahnt seit längerem zur „Rückbesinnung auf Gott“. Ist dies nur ein geschickter Marketingschachzug, oder hat Roms erfolgreichster Hitlerjunge (Kampfname Benedikt 16) doch mehr Weisheit unter der Soutane gebunkert als uns Taufschein-Atheisten lieb ist? Ist es vielleicht eine gute Wurst-Case-Strategie ein gottgefälliges Leben zu führen?

In solchen Momenten greift man dann gern zu göttlich offenbarten Texten wie die in unserem christlich-jüdisch geprägten Abendland leicht erhältliche Bibel und schaut nach, was diese zu unseren nahe liegendsten Problemen zu sagen hat. Und nahe liegt uns nun mal in solchen Momenten eine Kackwurst goliathischer Dimensionen (bei guter Verdauung), die einem zur Frage führen mag: Wie kann ich gottgefällig defäkieren?

Hier mag der ehemals fleißige Konfirmand/Kommunionist (man wähle seine bevorzugte Denomination) leise die zehn Gebote auf Erleuchtung scannen, eine Antwort wird er dort aber nur schwerlich finden, außer wir befinden uns auf einen Festival-Dixie wo „Begehre nicht deines nächsten Hab und Gut“ in diesem Zusammenhang Gültigkeit besitzen mag. Der fleißige Sinnsucher muss die Bibel physisch in die Hand nehmen, um nach nur ein paar hundert Seiten im Kindergottesdienstklassiker Deuteronomium (vulgo: 5. Buch Moses) fündig zu werden: 

„Wenn ein Mann nachts im Schlaf einen Samenerguss hatte, ist er unrein und muss das Lager verlassen. Er darf es am nächsten Tag nicht betreten. Erst bei Sonnenuntergang kann er zurückkommen, wenn er sich vorher gewaschen hat.Außerhalb des Lagers sollt ihr einen Platz haben, wo ihr austreten könnt.Wenn jemand dort sein Geschäft erledigt, soll er vorher ein Loch graben und es danach wieder mit Erde füllen. Nehmt dazu in eurem Gepäck eine kleine Schaufel mit. Der Herr, euer Gott, ist mitten unter euch in eurem Lager! Er beschützt euch und gibt euch den Sieg über eure Feinde. Deshalb muss euer Lager heilig sein. Wenn der Herr dort etwas sieht, was er verabscheut, wendet er sich von euch ab.“ 
5. Mose 23,10-15

Vorschriftsgerechte Latrine beim interreligiösen Kulturfest: Schaufeln werden gestellt
Hier mag selbst der Exeget kässmannscher Ausprägung verwirrt sein: Natürlich, postulieren wir, dass mit Lager vielleicht gleich Bett gemeint ist (was man durch die Verhaltensregel bei ungezielter Ejakulation bestätigt sehen kann), dann mag dies ein guter Tipp sein. Aber dass die wassergespülte Toilette unchristlich ist hat man uns im Wort zum Sonntag bisher verschwiegen. Hier war man im sogenannten finsteren Mittelalter schon ein bisschen weiter, auch wenn damals historischer Überlieferung nach die Schaufelmitführungspflicht eher vernachlässigt wurde.

Es steht allerdings zu vermuten, dass die fehlende Vergrabungstiefe menschlicher Ausscheidung den interstellaren Superherrscher nicht allzu sehr erzürnt, schließlich hat er etwas später einen guten Diätplan, mit dem keine Atkins- oder Brigitte-Kohlsuppendiät mithalten kann:

„250 Gramm Brot und einen Liter Wasser darfst du an einem Tag zu dir nehmen. Wieg sie genau ab, und dann iss und trink zu festgelegten Zeiten! Bereite das Brot so zu wie Gerstenbrot, und back es vor aller Augen auf Menschenkot!“ 
Hesekiel 4,10-12

Gerade die geschickte Wahl des Brennstoffs sollte zur rapiden Gewichtsreduktion führen, ja, man sollte vielleicht von der ersten schriftlich verbürgten Nulldiät sprechen. Warum gerade „God's own country“ USA in Anbetracht dieser konkreten Anweisungen unter extremer Fettleibigkeit leidet, bleibt uns ein Rätsel.

In Band 2 des weltweiten Bestsellers erfahren wir sogar, dass nicht nur die alte Volksmedizin Urin, sondern auch das feste menschliche Ausscheidungsprodukt eine heilende Wirkung hat. Erfolgreich angewendet zum Beispiel von Jesus bei seinem Signature Move, der Blindenheilung:

„Da sprachen sie zu ihm: Wie sind deine Augen aufgetan worden? Er antwortete und sprach: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Kot und schmierte meine Augen und sprach: "Gehe hin zu dem Teich Siloah und wasche dich!" Ich ging hin und wusch mich und ward sehend.“
 Johannes 9,10-11

Fassen wir also zusammen: wenn man nicht gerade kleine medizinische Eingriffe vor hat oder einen
CO2-neutralen Brennstoff für den Herd braucht, sollte man seinen morgendlichen Stuhlgang fachgerecht beerdigen. Sein Klo kann man zur Privatkapelle umfunktionieren (der Altar steht ja bereits) und jeden Nachbarn dem es „stinkt“ wegen Beschimpfung von Bekenntnissen (vulgo: Blasphemie) anzeigen (StGB §166).

Sonntag, 19. August 2012

Bye Bye London 2012, Olá Rio(t) 2016

Vorbei nun das ehrenwerte Londoner Völkerringen ums edle Metall.


Trotz deutlichen Verfehlens der Ziele des 4-Jahresplans ("Der deutsche Sportler muss in vier Jahren wettkampffähig sein.“)  von Reichssportführer Friedrich ("Gebt mir vier Jahre Zeit!") ist ungeachtet aller Unkenrufe positiv zu vermerken, dass die deutsche Mannschaft wie von uns nicht prognostiziert gerade noch so um ihr schlechtestes Abschneiden seit den Wettkämpfen in Berlin 1945 herumgekommen ist. 

Festzustellen  ist natürlich auch mal wieder, dass der Ossi was Olympia betrifft der bessere Deutsche ist. Sicher schwingt sich der ostzonale Athlet nicht  mehr zu solchen Höchstleistungen auf wie  zu Zeiten der staatlichen Unabhängigkeit, allerdings darf die damals  etwas anders gelagerte Motivationslage nicht verkannt werden. Schließlich wollte er nach den Spielen zurück in die heimische Platte in Schkeuditz und nicht ins olympische Nachbereitungslager auf der Datsche in Workuta gezwungen werden.

Einige Leistungen haben uns auch tief beeindruckt, und wir scheuen uns nicht,  sie herauszuheben. Zu nennen ist zum Beispiel die Wiedererlangung des  alten Erfolgs und der guten Kameradschaft unseres Ruder-Acht-Achters mit  Steuerführer. Wir ziehen auch den Hut vor dem, dem Ernst des  Wettkampfes angemessenen, neuen Duktus so manchen Berichterstatters auf  Herbert-Zimmermann-Niveau ("Seit 2008 wird zurückgeritten!"). So etwas  beklatschen wir euphorisch als den "Totalen Kommentar".

Bei den nun gerade noch verbleibenden vier Jahren bis zu den nächsten "besten Spielen aller Zeiten" (J.A. Samaranch) ist es höchste Zeit für uns als führendes Sportblog, einen kleinen Blick auf die Olympischen Spiele der nächsten Olympiade zu werfen, welche bekanntermaßen zum ersten Mal auf dem subamerikanischen Kontinent ihr Zuhause finden werden. Da fragt man sich natürlich (im besten genetischen Wortsinn) als Anhänger einer ehrenwerten Kulturnation: Brasilien ??? Ein Land außerhalb der westlichen Hemisphäre ?  Natürlich: Die Olympischen Spiele am Zuckerhut verbreiten das Gefühl von Exotik, Erotik und dem sinnlichen Kopfschmerz nach einer Feuerzangenbowlenparty.

ABER (!!!) müssen wir da als bedingungslose Sympathisanten des seit der Vorbereitung zur südafrikanischen Fußball-WM salonfähig gewordenen Negroskeptizismuses ("Stadion nicht fertig, Drogenkrieg und wir zahlen dafür") vorsichtig fragen: Kriegt der Neger das denn auch gebimmelt? Reicht nicht schon die umsich greifende Übermohrung der olympischen Sprintdisziplinen ??? Was kommt als nächstes ? Super-G-Weltcup BEI DENEN am Kilimandscharo ? Nicht umsonst sind unsere Zeitungen schließlich voll von eher negativen Ausblicken auf die kommenden Spiele. Wir wollen deshalb Ursachen aufdecken und einen Blick nach vorn richten.


Rio(t) 2016 - Ein Ausblick auf die menschenrechtliche Lage

Soziologische Hilfskraft unseres Artikels
Obwohl besonders um 1945 herum viele hochqualifizierte, leider frühverrentete Fachkräfte (alternative Soziologen, experimentelle Think-Tanker, Ärzte, Chemiefabrikanten et cetera) aus Europa auf den damals politisch sehr interessanten südamerikanischen Kontinent auswanderten, hat Brasilien im Gegensatz zu Chile oder Argentinien von dieser Migrationswelle leider wenig profitieren können (Erfreuliche Ausnahme: Blumenau). Ohne qualitativen Zuzug kam, was kommen musste: Europäisch-stämmiger Brasilianer sind heute eine verschwinden geringe Minderheit im Lande und steter Schikane ausgesetzt: Sie bekleiden in erster Linie die vom Volk wenig geliebten und immer wieder heftig bekämpften Positionen wie Politiker, Banker oder Polizisten, während die Feel-Good-Jobs a la Fußballer, Samba-Tänzer oder Cocktail-Shaker fest in der Hand der Herrschaften mit afrikanischen Wurzeln sind. 

Auch die rund um die Uhr durch die weißen Armenviertel marodierenden Vergewaltigungs-Mobs der "schnackselnden Neger" (Gloria von Thurn und Taxis) haben den Bestand an originären Weißen weiter reduziert und durch zahlenmäßig ausufernde Mulattenhorden ersetzt (weiß-brasilianisch= Rassenschande, schwarz-brasilianisch= Blutdoping). 

Rio(t) 2016 - Ein Ausblick auf die infrastrukturelle Lage

Großstadt-Smog durch zuviel Verkehr
Quasi handelt e sich hierbei um die "natürliche" Folge der soeben beschriebenen Zustände. Schon jeder Grundschüler in der Sächsischen Schweiz kann die drei großen Problemfelder Brasiliens im Handstand durchdeklinieren: Umweltverschmutzung, Bandenkriminalität und die Seleção. Die nicht nur durch den Rauch der reihenweise abgeschossenen Polizeihubschrauber veredelte Atmosphäre in Rio(t) 2016 ist bereits im Vorfeld Anlass für erhitzte Diskussionen. Der Kapitän der deutschen Schachmannschaft Peer Steinbrück bewertete die Klimaqualität mit dem Kommentar "Dagegen ist Helmut Schmidts Wohnzimmer ein Luftkurort!". Auch in anderen NOKs regt sich Widerstand, besonders als Pläne der Franzosen lanciert wurden, von im Gasmaskeneinsatz unter Extrembedingungen geübten Sportler profitieren zu wollen: "Wir wollen die Jugend der Welt sehen und keine Ypern-Veteranen". Lediglich die geplante kurdische Olympiamannschaft sieht hier einen kleinen Vorteil aus den genannten Umstand erwachsen und pocht auf ihr Gewohnheitsrecht.

Ebenfalls Sorgen macht die hohe bakterielle Belastung des lokalen Wassers in Rio(t). Aufgrund der Zuflüsse aus den Slums werden die Schwimmwettbewerbe vermutlich eine deutliche höhere darmfloralen Belastung ausweisen als die Wettkampfstätten in London. Folge: Besonders das Freiwasserschwimmen wird einen Moduswechsel vollziehen und vom Einzelrennen in ein "Ausscheidungsrennen" umgewandelt. Hohe Toleranz gegenüber Umwelteinflüssen und eine Extradosis Actimel werden Voraussetzungen für den kommenden Phelps sein. Aus nationaler Sicht ist dies nicht besonders ermutigend für den  deutschen Schwimmverband, schließlich ist die Generation, die das  Schwimmen noch im VEB-Flußbad in Bitterfeld erlernt hat, inzwischen, nun ja, ausgestorben.

Im Bezug auf die Kriminalität  ist der Europäer nach den nur geringen Verlusten in Südafrika bei  maximaler Ausbeute inzwischen ein weniger gelassener. Deshalb liegt es  uns fern mit scholl-latourscher Miesepetrigkeit den angstschweißsalzigen  Finger in die Schusswunde zu legen, sondern sehen gerade in diesem Feld  eine große Chance für den Gastgeber. Schließlich geht es bei sportlichen  Großereignisses weniger darum ein wohliges Endometrium für die Gäste zu  schaffen, sondern eher die Fähigkeiten der eigenen Nation  herauszustellen. Selbst der Großbrite hat es in London geschafft sich zu  gewissen internationalen Ansehen und Sympathie aufzuschwingen.


Rio(t) 2016 - Ein Ausblick auf die sportliche Lage

Schlussendlich der aufschlussreichste Punkt: Wie werden die ersten Spiele in Lateinamerika denn nun für den Brasilianer laufen ? Wird er sich in Bezug auf sportlichen Erfolg wie der Brite in der Sonne der Heimspiele ein wenig Bräune holen (wohl kaum nötig) oder wird ihm ein Abschneiden analog zur teutonischen Ausflugsmannschaft beschieden sein ? Wir prognostizieren im Folgenden die sportlichen Potentiale der brasilianischen Mannschaft und etwaige länderspezifische Abänderungen zum tradierten olympischen Programm:


Zeremonielle Veranstaltungen
Entzündung des Olympischen Feuers

Olympisches Feuer: Wird diesmal nicht in einem individuellen Fackellauf, sondern großflächig über die reich an hölzernen Baumaterialien ausgestatteten Favelas ins Stadion  getragen. Teil der "Pazifizierungsmaßnahmen" der brasilianischen Regierung.

Olympische Eröffnungsrede: Soll eigentlich wie üblich von einem Angehörigen einer nationalen Minderheit vorgetragen werden. Dieser ist aber selbstverständlich Analphabet und kann das Manuskript nicht lesen. Gibt dann als Übersprungshandlung einen Voodoo-Tanz zum Besten.

Olympischer Eid: Fällt aus, da in dem vom Katholizismus geprägten Land sich kein Athlet findet, der das 8. Gebot brechen will.

Mit Hissung des Coca-Cola-Banners beginnen dann die Spiele der 31. Olympiade


Sportliche Wettkämpfe


Bogenschießen

Prognose: Medaille wahrscheinlich

Bekanntermaßen großer Heimvorteil für den Brasilianer, schließlich gibt es bis heute nicht Wenige, die sich ihre tägliche Portion Eiweiß durch einen frisch geschossenen weißen Missionar auf diese Weise  besorgen. Gefährlich dürften hier allerdings diverse afrikanische Athleten werden, besonders die Somalier gelten hier seit Mitte der Neunziger als Großmacht, während die Sportnation USA häufig in dieser Disziplin nur als Schlachtvieh zu bezeichnen ist. 


Boxen 

Prognose: Bronzene Legierung

Ebenfalls Heimvorteil für den Gastgeber. Denn: Falls die Jagd mit Pfeil und Bogen nicht von Erfolg gekrönt wurde, wird mittels dieser Disziplin nicht selten beim Favela-nahen 7Eleven "eingekauft". Kaum zu unterschätzen als Konkurrenten sind bei diesem Medal-Race allerdings traditionell Russen und Ukrainer aus bildungsfernen Schichten. Die Gegner dieser beiden Medaillenfavoriten treten in voller Mannschaftsstärke anschließend bei den Paralympics an. 


Fechten

Prognose: Hintere Platzierung

Fechten in seiner orthodoxen Auslegung ist in Brasilien als lupenreiner Schwuttensport verschrien und erfuhr deshalb im Rahmen der Street-Credibilsierungs-Maßnahmen durch das Olympische Komitee eine kleine Modifizierung mittels des zusätzlich benutzbaren Butterfly-Messers. Treffer zählen in diesem Falle allerdings nur bei Eindringen der rostigen Klinge in Rückenmark oder Halsschlagader. Obwohl das brasilianische Talentförderungsprogramm in Form der heimischen Sozialpolitik immer neue Streetgangs auf die Beine stellt und damit per leistungsfördernder Sozialisation zahllose Wunderkinder heranzüchtet oder genetische Naturtalente entsprechend optimiert, ist die Konkurrenz leider qualitativ sehr hochwertig: Bei den hier etablierten Nationen wie dem Libanon, Vietnam, der pan-afrikanischen Mannschaft sowie sämtlicher Ostblockstaaten schnalzt jeder interessierte Kenner dieser Disziplin eindrucksvoll mit der Zunge. Deshalb diesmal leider nur Blech für Brasil und hierzulande eine aufkeimende Dolchstoßlegende nach dem desaströsen Abschneiden der deutschen Equipe.


Fußball

Prognose: muhaha (siehe links)


Fußball der Frauen (Demonstrationssportart)

Prognose: langweilig

Natürlich wird bei den Damen nicht ansatzweise soviel Geld in die Ausbildung gepulvert wie bei den Herren, aber jeder ausgewiesene Sexist weiß, dass Ballgefühl vornehmlich über das Y-Chromosom vererbt wird. Deshalb wäre es dem Gastgeber hochnotpeinlich in einer Kategorie abzusahnen, in der regelmäßig Mittelfeld-Flashmobs in Ballnähe stattfinden, die beste Spielerin als Pseudonym den Namen der polnischen Putzfrau in den Spielberichtsbogen schreibt und die Torhüterinnen die Reaktionszeit einer Polizeistreife vorweisen, die in Hoyerswerda zum Asylantenklatschen gerufen wird... Fazit: Ziemlich lahm das Ganze, sowohl im taktischen Bereich (vgl. Angriffsgeschwindigkeit) als auch beim Gayness-Faktor (vgl. Philipp).


Gewichtheben

Prognose: Keine Chance

Spätestens nach der Abschaffung der Sklaverei im Jahre 1888 wird in der brasilianischen Körpererziehung kaum noch Wert auf Kraftsport gelegt. Diese Disziplin geht ohne Diskussion an die Athleten aus Fernost bzw. die ihnen staatlich zugeteilten Gesundheitsajatollahs mit chemikalischer Grundausbildung.


Gehen

Diagnose: In Rio(t) ? Lebensmüde !


Golf

Prognose: Wird nix

Golf. Neu im Programmheft und sofort wieder ominös verschwunden. Das kennt der leidgeprüfte Besitzer des Volkswagenwerkes in São Bernardo do Campo bereits. Daher Ausfall wahrscheinlich.


Moderner Fünfkampf-Brasil

Prognose: Eigentlich ist hier das rein brasilianische Podest nur wie weiland nach Ankunft der Konquistadoren durch die Pocken oder die als "Wohnen im Grünen" getarnten Gentrifizierungsmaßnahmen zu verhindern.

Klasisches Hindernis beim 3000-Meter-Lauf
Ablauf:

1. Disziplin: "3000-Meter Hindernis-Brasil"

Eröffnungsdisziplin. Route: Vom Flughafen zum olympischen Dorf. Ziel: Ankommen. Hier ist dabei sein wirklich alles. Hindernisse: Brennende Autos, erschossene Mit-Athleten, Granattrichter, Teile des abgeschossenen Hubschrauber von Jacques Rogge, diverse Körperteile von Jacques Rogge, die Tasche mit dem Bestechungsgeldern von Jacques Rogge

2. Disziplin:  "Rhythmische Sportgymnastik-Brasil"

Route: Weg vom olympischen Dorf ins Stadion. Mittels des abrupt einsetzenden   Kugelhagels sind motorisch ansprechende Akrobatikleistungen garantiert. Aber: Sofortige Disqualifikation bei Kopfschuss

3. Disziplin: "4x 100-Meter-Staffel-Brasil"

Ein Straßenkind klaut die Touri-Handtasche und gibt sie nach kurzem Sprint an seinen Kollegen weiter. 

4. Disziplin:"Schrotflinte "laufender Gaucho""

Die Paradedisziplin in den Favelas. Aufgrund der Dämmerung mit Leuchtspurmunition.

5. Disziplin: "Ave Maria-Brasil"

Alle überlebenden Athleten finden sich am Cristo Redentor ein und bekommen nach bisheriger Punktetabelle vom örtlichen Pastor die entsprechenden Runden auf dem Rosenkranz zugewiesen. Wer als erster seine Abbitte ableistet, gewinnt den Fünfkampf. 

Start beim Marathon

Marathon

Prognose: Edelmetall liegt in der Luft...

...welches allerdings in 9mm gegossen wurde. Da rund um das Olympiastadion in Rio(t) eine Favela an die andere grenzt, schaffen es selbst die äthiopischen Ausdauerspezialisten kaum vollzählig bis ins Ziel. Das halbe Dutzend, was es dann aber doch noch ins Finish schafft, hetzt den Weltrekord allerdings unter die Dreißig-Minuten-Marke: Bis auf die letzte Runde im Stadion wird die gesamte Strecke auf Bolt-Niveau abgerissen. 


Military

Prognose: Keine Medaille, aber ein paar rassige Ornamente für die Ranch des Mafia-Bosses in Minas Gerais

Die Auszeichnungsmaschine der deutschen Mannschaft geht diesmal leer aus, während der Name der Disziplin einen etwas enger gefassten Bezug auf seine eigentliche Semantik nimmt: Ähnelt ein wenig dem Rodeo, allerdings das man nicht vom Gaul abgeworfen wird, sondern von einer Ladung Blei aus dem Lauf des Pferde-affinen Favela-Warlords. Deshalb bei der Benotung des Exterieurs häufig große Abzüge aufgrund deformativer Körperausprägungen.


Reck

Prognose: Siehe Fußball

Reck ist für den brasilianischen Mann keine Sportart, sondern ein sexuelles Bekenntnis. Daher sind keine einheimischen Athleten zugegen. 

Was sonst noch passiert: Das Pulver bringen die Kolumbianer mit. ERGO [sic] turnt sich der durch sein Budapester Trainingslager gestählte Hambüchen nach der ersten Staubwolke beim Einreiben wie im Rausch durch sein Programm und holt nach achtfachem Flik-Flak mit locker eingestreuten Klose-Salti Gold mit neuem Weltrekord. Anschließend: Kollektive Nasenscheidewandoperation und Dopingskandal im Lager der völlig euphorisierten Kampfrichter.


Schießen

Prognose: Go for Gold 

Schiesswettbewerbe: Diesmal auch mit Friendly Fire
Die Königsdisziplin der kommenden Spiele und damit ein unglaublicher Druck für den Host: Hier will man sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit und vor allem der überkritischen europäischen Sicherheitsfanatiker auf keinen Fall blamieren. Aber die Chancen stehen sehr gut, gerade auch, weil es hier keine Beschränkungen hinsichtlich des Profi-Status wie  bei anderen Disziplinen gibt. Die aus dem Fußball bekannte U-23 Regel greift in dieser Sportart zwar auch, aber aufgrund der geringen Lebenserwartung in den Straßen Rios und vor allem der Talentschmiede Recipes stellt dies die ohnehin hauptsächlich im Hochleistungsfenster (12-18 Jahre) agierenden Schützen aber kaum vor allzu große Probleme. Ebenso förderlich das Zugeständnis des IOCs, eigene Sportgeräte mitbringen zu  dürfen. Auch wenn die übrigen lateinamerikanischen Staaten, vor allem die Mexikaner, auf südamerikanischen Boden besonders motiviert sein werden und ihre fähigsten Olympioniken anreisen lassen: Brasil, 12 Points !!!


Sommerbiathlon

Prognose: Gewinn, Gewinn

Eigentlich wie früher Straßen-Radfahren, aber im Rahmen der Gegebenheiten im armierten Zustand und ebenfalls wie beim Marathon mit kreativer Route durch den Favela-Park (entsprechend auch zahlreiche Zwischensprints). 


Triathlon

Prognose: Würdiges Ende

Wird nach einem Drittel der Disziplin nachträglich als Freistilschwimmen umgewertet, da alle Fahrräder von Favela-Kiddies entwendet wurden. Der Lauf kann aber noch stattfinden. Ziel: Ohne Umwege und Koffer zum Galeão International Airport und ab in die Heimat.


THANK YOU RIO(T) FOR THESE GREAT GAMES

Donnerstag, 16. August 2012

Die Offenbarung des Atheismus


"Es gibt keinen Gott und Christopher Hitchens ist sein Prophet"




 © Wiesenthal


Montag, 9. April 2012

Laufbahn-Modell zur ordnungsgemäßen Triebabfuhr, Teil 3

Nun also Lektion 3 unserer kleinen Reihe. Langsam aber sicher wird der Schwierigkeitsgrad hier angezogen, was aber Ihre Erfolgsaussichten nicht schmälern sollte, da Sie auf die heutige Aufgabe durch Ihre bisher erworbenen Kompetenzen bestens vorbereitet sind. Wir werden uns heute von der strikt schematischen Herangehensweise der ersten beiden Lektionen ein wenig lösen und auf mittelschwer vorhersehbare zwischenmenschliche Konstellationen treffen. Der Zweck wird daher im Folgenden sein, in einer nicht eindeutig einschätzbaren Situation die richtige Zielpersonen ausfindig zu machen und entsprechend zu bearbeiten.


Laufbahn-Modell zur ordnungsgemäßen Triebabfuhr, Teil 3
Heute: Spezialgrundausbildung

Einsatzgebiet: Besuch eines urban ausgerichteten Nachtclubs

Zu erreichende Kompetenz: Genaue Freund-Feind-Erkennung bei unklarer Gefechtslage

Dienstgrad bei erfolgreichem Absch(l)uss: Phallus-Feldwebel




 Hanky-Code in der Praxis
Basics: Bevor wir uns ins Abenteuer stürzen, seien vorher nochmal kurz die Grundlagen der kommenden nächtlichen Initiation geklärt:

1.) Wir sind im bisherigen Verlauf unserer Laufbahn ein gutes Stück vorangekommen, haben Ihnen aber eine Kleinigkeit verschwiegen: Sämtliche Vertreter der Damenwelt traten uns in den vorangegangenen Folgen lediglich als willenlose Objekte, ja quasi sexuelle Verfügungsmasse entgegen. Das mag für die bis hier abgehandelten Jagdreviere, Ü-30-Party und Sky-Sports-Bar, auch durchaus so zu verifizieren sein. Dieses waren aber Kriegsschauplätze in geistig eher dörflicher Atmosphäre, selbst wenn die abgearbeiteten Gebiete physikalisch in städtischer Umgebung lagen. Mit dem jetzigen Eintritt in wirklich urbane Gaststätten haben wir es nun aber auf der zwischenmenschlichen Ebene mit modern ausgerichteten Gedankenstrukturen zu tun, die die Handlungen der Damenwelt und damit den genauen Ablauf der Nacht etwas anders steuern. In eben solchen Feierbetrieben werden Sie nun auf Weibsvolk treffen, dass weitestgehend (und jetzt schnallen Sie sich bitte an) Wert auf einen eigenen Willen und unbedingte Selbstbestimmung in der Paarungswahl legt. Diese Damen sehen den Geschlechtsakt nicht als unausweichliches Schicksal zur Ruhigstellung maskuliner Bedürfnisse an, sondern verfügen über handfeste eigene und vorallem lebensbejahende libidinöse Interessen. Ergo gilt es nun, sich etwas intensiver ins Schaufenster zu stellen und dabei genauer abzuwägen, wer denn alles in den engeren Zirkel für den QUALITATIVEN Austausch von Körpersäften kommt. Sie merken, dass die Zeit der sexuellen Selbstläufer ab jetzt unwiderruflich vorbei ist. Die femininen Wesen sind auf Stufe 3 nicht mehr mit überbordender Männlichkeit zu packen, sondern fordern nach einer serviceorientierten Sexualmoral. Sie müssen deshalb schon mit Ihrem Auftritt klarmachen, dass sie in Bezug auf Koitus-Praktiken die Bereitschaft zum Liefern haben, bevor die Dame ihrerseits aktiv ins Geschehen eingreift. Ihre bisherige erfolgsversprechende Aura, welche nonverbal besagte, dass Sie nicht selbst runterholen, sondern onanieren lassen, hat demzufolge auf diesem Level nur noch erotische Bremswirkung. Eher werden Sie Alice Schwarzer als Fluff-Girl in einer Bondage-Produktion erleben, als dass die bisher vollzogene Macho-Nummer im angesagten Nachtclub einer Universitätsstadt noch irgendwelche Erfolgserlebnisse hervorruft. Wer also seinem Wasserbett heute Abend ohne Aufpreis eine signifikante Zuladung an weiblichem Menschenmaterial zumuten möchte, der sollte sich diesen neuen Gegebenheiten zwingend anpassen !   

2.) Wir sprachen bereits in der letzten Folge über Homophobie in eigentlich für gleichgeschlechtliche Liebe prädestinierten Gebieten. Vielleicht lässt sich eine solche dubiose Hass-Haltung auch mit Neid auf den in schwulen und lesbischen Kreisen sehr beliebten „Hanky-Code“ erklären. Diese Kleidungs-Semiotik regelt in den einschlägigen Etablissements optisch auffallend und für jeden leicht nachvollziehbar, wer sexuell was anzubieten hat oder sucht. Heißt in der Praxis: Wer auf Homo-Partys ein himmelblaues Taschentuch in der linken Hosentasche stecken hat, würde bei zwischenmenschlicher Stimmigkeit gerne aktiv zur Fellatio ansetzen. Wer hingegen rechtsseitig altrosa trägt, stellt beim allseits beliebten Tittentrim unentgeltlich das zu bearbeitende Material zur Verfügung. Dieses optisch leicht verständliche Flaggen-Alphabet für Beischlafinteressenten existiert ansatzweise auch in manchen heterosexuellen Geschäftsstellen, ist hier aber bezüglich eindeutiger Zeichen leider immer noch die große Ausnahme. Ergo müssen Sie als von der eigenen Libido durchgepeitschter Lustmolch heute unterwiesen werden, welche informellen Kleidungs- und Verhaltens-Codes bestehen. Denn bei Nichtbeachtung der folgenden Regeln laufen Sie zwangsläufig Gefahr, den ganzen Abend in eine Dame hinein zu investieren, die am Ende wirklich nur das lockere Gespräch in geselliger Runde gesucht hat. Und wer betankt bei den heutigen Spritpreisen schon gerne seinen Schlitten randvoll, um bei der anvisierten Weiterfahrt zu merken, dass er seinem Benziner die volle Ladung Diesel gegeben hat und nun nichts mehr auch nur einen Meter vorwärts geht. 

Die berüchtigte "Treppe der Ungefickten"
3.) Ganz wichtig übrigens: Ehre, Ehre, Ehre ! Das einzige männliche Attribut, was jetzt noch zählt, allerdings in leicht abgewandelter Form zur landläufigen Definition. Das heißt zum einen: Heute Abend dürfen keine vollends besoffenen Weiber auf der Abschussliste stehen ! Sicherlich ist exzessiver Alkoholkonsum DER ultimative Dosenöffner, dass sollte DIE Binsenweisheit schlechthin sein. Aber wir wollen zum einen den Abend mit Niveau zu Ende führen und zum anderen suchen wir ja eine Herausforderung. Verinnerlichen Sie sich, dass wir bereits auf Stufe 3 des Laufbahnmodells stehen. Wer jetzt immer noch den gepflasterten Weg sucht, wird spätestens auf der Schlaglochpiste des nächsten Levels komplett überfordert sein. Und es geht schließlich auch ein wenig um Anerkennung ! Wenn Sie wirklich vor dem Bekanntenkreis eine anständige sexuelle Credibility aufbauen wollen, braucht es ab hier nur noch zielgerichtete Bombentreffer auf kriegswichtigem Gelände und keine unschönen Kollateralschäden. Schließlich würden Sie auch zu Recht auf jeder anständigen Jagd ausgebuht, wenn alle Waidmänner jeweils eine kapitale Hirschkuh aus dem Wald schleifen, während Sie ein rollstuhlfahrendes Rehkitz auf den Sammelplatz legen. Oder wie es der ehrenhafte Hubertuszirkel folgerichtig ausdrückt: „Besonders unwaidmännisch ist jener Jäger, (..), der das Wild blendet, der sich an keinen Kodex hält und dem es nur um das Fleisch geht."

Zum anderen sei für diesen Punkt noch folgendes vor das Auge geführt: Wer gänzlich ohne Würde an den heutigen Abend herantritt, wird zur Prime-Time gnadenlos und mit Recht von den dignitäts-affinen Mädels ins Erotik-Abseits gestellt und landet unweigerlich auf der berühmt-berüchtigten „Treppe der Ungefickten“. Hierbei handelt es sich um jenen Ort, der in Sichtweite zum Ausgang liegt und auf dem alle im Laufe des Abends erfolglosen Jäger Platz nehmen, um zum Ende der Party doch noch von einer mitleids-gesteuerten Dame unverhofft mitgenommen zu werden. Ergo geht es in diesem Falle nur noch um reine Triebabfuhr ohne Rücksicht auf Verluste bzw. das Appellieren an im Flirt-Geschäft wenig reputationsgeladene Tugenden. Schenken Sie all diesen fragwürdigen Argumenten keinen Glauben, dass man im Leben restlos alles mal ausprobiert haben muss, eben auch diese schandvolle Variante der Partnerfindung. Wer so argumentiert, der leckt auch aus rein geschmacklichem Interesse über den Rand des soeben benutzten Herrenklos auf dem Hamburger Hauptbahnhof.

Äußerst wichtig: Die eigene Kleidungswahl...
Einsatz im Gefecht: Kehren wir nochmal kurz bevor es losgeht zum heutigen Missionsziel zurück. Wie oben bereits geschrieben geht es in dieser Lektion darum, fein säuberlich Freund von Feind zu trennen. Wobei Freund und Feind jetzt nicht mehr wie in Lektion 2 im eigenen geschlechtlichen Lager zu finden sind, sondern auf Seiten der Weiberschar. Als „Freund“ wird hierbei der Typ Frau verstanden, welcher heute Nacht seine sexuellen Wünsche und Neigungen in adäquater Weise mit Ihnen ausleben möchte. „Als „Feind“ hingegen sind diejenigen Mädels zu klassifizieren, welche entweder das Etablissement mit einem platonischen Gesprächskreis verwechseln oder Ihnen bei der Suche nach Typ 1 willentlich in die Parade fahren wollen. Eine urbane Discothek ist in der Regel mit Vertretern beider Grundeinstellungen gespickt, wobei sich die phallus-orientierte Fraktion nochmals in die Parteiflügel „Jäger“ und „Gejagte“ aufteilt (Dazu mehr in Teil 4). Diese Gemengelage macht den anberaumten Hammelsprung etwas kompliziert: Mangels des schon erwähnten eindeutigen heterosexuellen „Hanky-Codes“ erschließen sich dem ungeübten Augen die genauen Unterschiede nicht auf direktem Wege, weswegen im Missionsziel von einer „unklaren Gefechtslage“ gesprochen wurde. Soweit verstanden ? Schön, dann auf in die Schlacht:


Der Kampf heute Abend beginnt nicht mit dem Übertreten der Disco-Türschwelle, sondern bereits einige Stunden früher in Ihrem Bade- respektive Schlafzimmer. Wer im Verlauf der Nacht nachhaltig erfolgreich sein will, muss zwingend ein fundiertes Erscheinungsbild auf den optischen Gabenteller legen können, um bei der Bescherung auch Beachtung zu finden. Das Kunststück aus Lektion 1, mittels einer Unmenge eingeworfener Getränkechips etwaige visuelle Defizite auszugleichen, zieht hier nicht mehr. Urban geprägte Menschen höheren Intellekts werfen zwar pausenlos mit Floskeln zur Toleranz und Anerkennung von abweichenden Normen um sich, wollen dann aber bei der leidigen Fickerei auf den ganz dicken Schlachtkreuzern ins Ruder greifen. Also gilt es vorab, mit einem vertieften Blick in den Kleiderschrank das textile Potential zu eruieren. In jeder Frau steckt schließlich ein auf Kleidung starrender Türsteher, den es unbedingt zu überzeugen gilt rein zu dürfen. Und gerade in einer Großstadt schreit der inoffizielle Dress-Code nach einer überzeugend gehaltenen Balance bei der Style-Ausprägung: Zu dick aufgetragen ist ebenso wenig förderlich wie eine optische Magerkur bei der Abendgarderobe. Wer abseits einer BWL- oder Juraparty im gebügelten Stresemann mit heraushängendem Mundtuch vor den Tresen tritt, wird kaum Aussichten auf eine erfolgreiche Gestaltung des Abends haben. Auf der anderen Seite leisten der Disneyfizierung anheim gefallene Klamotten wie knallbunte T-Shirts mit ideologisch bedenklichen Sprüchen aus dem EMP-Katalog (Marke: „Trübsal ist nicht alles was man blasen kann...“) auch keinen wertvollen Beitrag im Rennen um das weibliche Geschlecht. Eine bis zur moderat sitzenden Relax-Fit-Pant reichende und locker aufgetragene Krawatte hingegen kann das kleidungstechnische Vestibül des style-mässig sattelfesten Party-Gängers sein. Hiermit beweisen Sie einen eloquenten Mix aus juveniler Lässigkeit und adulter Seriosität. 

Thema Schuhe: Schwarz, Weiß, Drei Streifen, Fertig. Ist relativ günstig, klappert nicht und veranschaulicht in subtiler Weise die auch beim anständigem Geschlechtsverkehr nicht unwichtige sportliche Spritzigkeit. Ebenso essentiell: Das Erscheinungsbild des Haupthaares. Sofern vorhanden, sollten Sie hier nicht allzu viel Zeit investieren. Zu viele Geschlechterkollegen werden im Laufe des Abends versuchen, mit ihren aggressiv gegen die Schwerkraft gebutterten Tollen zu punkten. Welch objektiv lachhafter Versuch ! Ihr Pudel darf NIEMALS den Eindruck erwecken, in stundenlanger manueller Feinarbeit und unter tatkräftiger Mithilfe einer extra für Sie von den Bayer-Werken abgestellten Horde Chemie-Laboranten mit Promotion cum Laude mühevoll zusammen gekleistert worden zu sein, sondern muss bei Betrachtung durch die werten Damen diesen für ihre Urteilsfindung allein das Adjektiv „gottgewollt“ entgegenschleudern. Visuelles Talent und empfangenes Frisuren-Gnadentum von höchster spiritueller Stelle obsiegen hier klar gegen zwanghafte Bemühungen. Klingt nicht nach den Maßstäben unserer Leistungsgesellschaft, ist aber kaum zu leugnendes Faktum. 

... und die der Damen
So, jetzt schnell noch einen Schlag Wasser in den Nacken, ein ansprechendes Deodorant unter die Achseln (und bei optimistischer Euphorie auch gerne ein kleines Schüsschen in die Boxershort) und hinein ins Taxi. Dieses Beförderungsmittel sollte eh Ihre mobile Wahl heute Abend sein. Zum einen entfällt so das Aufräumen der eigenen hoffnungslos zugemüllten Karre, zum anderen sieht es im Gegensatz zu Busfahren nicht nach einem Konto jenseits des eingeräumten Dispos aus. Darüber hinaus wollen wir uns als zivilisierte Mitteleuropäer ja auch noch in den nächsten Stunden den ein oder anderen 18er Glenfiddich auf Eis reinstellen. Also bei Ankunft wieder raus aus dem Elfenbein-Brummer, Eintritt zahlen, durch die Eingangspforte hinein ins Glück und schnell in den hinteren Teil des Party-Tempels. Die versammelte Gästeschar rückt hier etwas enger zusammen, was die Sicht naturgemäß eklatant einschränkt und ein gutes Indiz dafür ist, dass hier die Mädels nicht aktiv auf der Lauer liegen. Im Gegenteil tummeln sich in diesem Winkel die Vertreterinnen der Spezies Frau, welche aufgrund einer romantisch-verklärenden Weltanschauung entdeckt und erobert werden wollen. Und Sie sind der hoch zu Ross trabende Ritter, der zur Errettung geschwind heranschreitet ! Schauen Sie sich erst einmal um und lächeln Sie ein wenig in die Runde. Kleidungswahl beachten !!! Alles was sich mit strassbesetzten Klamotten, Schuhen mit kleinen Lederschleifchen oder knalligen Tops mit Tiermotiven (Häschen, Marienkäfer, Iltis) aus dem Haus traut, hört bei Wiedereinkehr in die angemieteten Räumlichkeiten zum Einschlafen die alten Bibi-Blocksberg-Kassetten und ist diskussionslos als Feindobjekt zu identifizieren ! Gleiche Kategorie bei Trägerinnen extrem hochhackigen Schuhwerks, allerdings hier mit anderer Begründung: Diese Damen haben prinzipiell nichts gegen amtliche Liebesspiele, fallen aber davor, danach und gerne auch mal mittendrin aufgrund von exzessivem Rumgezicke aus niederen Beweggründen aus dem Raster. Der ganze Rest kann hingegen zumindest probeweise angesprochen werden. Sobald Ihre Begrüßungsgeste also von einer kleidungsmässig unverfänglichen potentiellen Zielperson zwanglos und freundlich erwidert wird, stellen Sie sich einfach mal dazu. Aller Anfang ist zunächst einmal schwer und niemand würde sich ernsthaft die ersten Satzwechsel des nun folgenden Kennenlern-Gespräches auf MP3 bannen, um sich diese Tonspur wieder und wieder zuhause anzuhören. Also schön locker machen und einfach mal auf die Situation einlassen, solange Ihnen dabei keine Floskeln a la „Na, auch hier“ unterkommen. Allerdings sollte das Niveau der Unterhaltung sukzessive gesteigert werden, um sich nachhaltig interessant zu machen, zu fesseln, zu begeistern ! 
 
Im Prinzip sind Sie schon ziemlich straight auf dem Weg zur Tränke, denn der heißt nun folgerichtig: Labern, labern, labern. Die wichtigste Waffe ist jetzt Ihr Wort und dieses ohnehin in jeder Lebenslage essentielle Kampfgerät sollte am besten vorab per Rhetorikkurs ausreichend geschärft worden sein. Wer im Stande ist, binnen Sekunden einen zugekifften Coffee-Shop mit einer handfesten Sportpalast-Atmosphäre zu belegen, der wird bei Zapfenstreich als unbestreitbarer Sieger vom Feld der Ehre schreiten ! Aber auch hier gilt wie bei der Kleidungswahl die Balance. Vermeiden Sie all dieses esoterische Geblubber, sowie verbale Räucherstächen, welche langfristig die Gehirnwindungen vernebeln ! Sowas interessiert keine (geile) Sau und geschieht auch nur des Redens willen. Und mit so einer Einstellung hätten wir uns gleich bei Bärbel Schäfer reinsetzen können. Richten Sie sich lieber eine argumentative Komfortzone ein, welche in durchaus bunten Farben ausgestaltet ist, dabei aber auch inhaltlich ein wenig schwanger geht: Politik, Frauenfußball oder eine interessante wissenschaftliche Disziplin auf rudimentärer Basis können thematisch optimal das Gesprächsfeld grundieren. Aber übertreiben sie nicht bei der Anbiederung: Wer sich gleich bei der Dialogseröffnung ungefragt als radikaler Humanist, militanter Tierschützer, ehrenamtlicher Essen-Auf-Rädern-Lieferant oder sonstiger altruistischer Fels in der egomanischen Brandung präsentiert, dem blättert schnell die kleidungstechnisch mühsam aufgetragene Pomade der Glaubwürdigkeit ab. Auch bedingungsloser Meinungsinzest wider besseren Wissens ist kaum vertrauenerweckend und damit ebenso wenig ratsam, es sei denn die Auserwählte schläft Abends unter einem goldumrahmten Jürgen-Rüttgers-Portrait ein. 

Nehmen Sie die Frau im Gespräch unbedingt ernst !
Allerdings sollten Sie Ihren Stiefel auf keinen Fall im Autoparlando runterbeten, ist der ausufernde Monolog schließlich die Erkennungsmarke des gelernten Ich-Aktionärs ! Stichwort Zuhören, bzw., um es für Sie nicht allzu schwierig zu gestalten: Ab und an auch mal einfach die Fresse halten. Trotzdem sollte zwischendurch der ein oder andere feminine Wortfetzen aufgeschnappt und verarbeitet werden. Lenken Sie dringend Ihre Aufmerksamkeit darauf, welche begrifflichen Pferde die Dame reitet. Werden Sätze gerne Mal mit den Worten „Mein Ex...“ eingeleitet, gibt es zwei Optionen:
  1. Das Mädel hat ein kurz- bis mittelfristig zurückliegendes Beziehungsdrama noch immer nicht ausreichend verarbeitet, weswegen das abendliche Motto in Bezug auf korrekt verstandener Nächstenliebe „rien ne va plus“ heißt.
  2. Das Mädel hat ein kurz- bis mittelfristig zurückliegendes Beziehungsdrama noch immer nicht ausreichend verarbeitet, weswegen das abendliche Motto in Bezug auf korrekt verstandener Nächstenliebe „ich suche einen Lückenfüller“ heißt.
Option 1 ist der Feind, quasi der Beelzebub für einen Glaubensbruder von unverbindlichen fleischlichen Gelüsten. Option 2 allerdings ist nicht eindeutig in das Freund-Feind-Schema zu pressen: Einerseits ist die Lückenfüller-Position ja nicht zwangsläufig hinderlich, da schließlich niemand heute Nacht noch heiraten möchte. Andererseits können emotionale Flashbacks seitens des weiblichen Parts mitten in verschärften Korpulationsbestrebungen schnell die aphrodisierende Wirkung des erotischen Moments ins Gegenteil verkehren. Genau das sind die Konstellationen, wo jeder schematische Ratgeber versagen muss. Also sind Sie gefragt, hier eine situativ vertretbare Entscheidung zu fällen. 
 
Der absolute Tod-Feind: Tanzendes Weibsvolk
Doch weiter im Text: Nicht jede Frau hat zwangsläufig das Bedürfnis, dem Gegenüber direkt das Schicksal zurückliegender Beziehungen ans Bein zu binden. Sofern die Dame nach geraumer Zeit immer noch keine Anstalten macht, das Gespräch zu beenden, muss zeitnah auf ein Aussiebungsverfahren hingearbeitet werden. Haben wir Freund oder Feind vor uns stehen ? Letzteres ist in jedem Fall gegeben, wenn nach körperlicher Ertüchtigung im taktvollen Gleichmaß des vor sich hin plätschernden Beats gefragt wird. Hüten Sie sich beileibe vor dem maßlosen Gebrauch des Dancefloors ! Allein die Frage, ob man nicht mit aufs Parkett wolle, sollte in einem handelsüblichen maskulinen Ohr klingen wie die Rückkopplung eines Mikrofons über das wuchtige 5.1 Bose-Soundsystem im gleichzeitig von 350 auf 0 bremsenden ICE !!! Mag sein, dass laut diversen empirisch validierten Studien bei Frauen der exzessive Tanz weitläufig als lupenreines Balzverhalten abgebucht wird. Nur droht eine solche Szenerie nur allzu gern Gefahr zu laufen, sich einzig und allein um eben solche rhythmische Bewegungen OHNE gegenseitige Penetration erogener Zonen zu drehen. Der Wiener Opernball ist immer wieder aufs Neue voll mit tanzwütigen Weibern, aber haben Sie in diesem Zusammenhang jemals von einer sich im Anschluss daran wahllos bildende Akkumulation von wolllüstig aufgepeitschten Menschen gehört, welche kollektiv entgegen alter Väter Sitte von allen zivilisatorisch erdachten Hemmungen befreit, mit Gleitmitteln von oben bis unten beschmiert und unterschiedslos die erstbeste Körperöffnung bearbeitend übereinander hergefallen wären ? Und selbst wenn dem in der Praxis tatsächlich so wäre, ist diese Eintrittskarte preislich wohl wenig attraktiv. Deshalb die Faustregel: Wer tanzt, ist Feind AUSRUFEZEICHEN

Konsequenz der 80er-Jahre-Methode
Eine eher positive Beischlaf-Prognose kann hingegen schnell erstellt werden, wenn man nach dem anfänglichen Warmwerden den inhaltlichen Schwerpunkt abrupt auf triebhafte Themen lenkt. Nicht mit der Tür ins Haus fallend, aber durchaus ein wenig plakativ. Keine platten Sprüche, aber zumindest ein bisschen bildhafte Sprache verwendend. Und dabei im Gegensatz zu Lektion 1 immer die oben erwähnte service-orientierte Neigung raus hängen lassen, gerne auch durch Gesten mit Signalwirkung untermalt. Der Basser von Kiss ist schließlich bei Frauen nicht aufgrund seiner Maskerade hoch im Kurs ! Steigt der feminine Konterpart verständnisvoll schmunzelt ins verbale Geschehen ein, hat man ein tragfähiges Fundament gelegt. Unterfüttern Sie den hergestellten atmosphärischen Rahmen durch die Handreichung eines ebenso atmosphärisch stimmigen Trunks (Tipp: Längliches, aber nicht zu konisch ausgestaltetes Behältnis mit ergonomisch geformter Konkav-Welle kurz vor dem obigen Glasabschluß, Inhalt egal) und bereiten Sie sich auf die nächste Etappe vor. Aber Obacht ! Im weiteren Gespräch nicht zu vorschnell abschlußorientiert agieren ! Der Weg ist Ziel, zumindest bis das Ziel in unmittelbarer Sichtweite ist. Dementsprechend kann ein solches Vorgehen ruhig mal ein paar Minuten dauern, wenn sie nur zielgerichtet linear-progressiven durch weiteres Einstreuen doppeldeutiger und später unverkennbar eindeutige Begriffe auf die Eskalation hinarbeiten. Stehen die Zeichen jetzt immer noch auf Sturm, sollte über den Wechsel in die nächste Phase nachgedacht werden.

Halten Sie sich beim angezeigten Phasenwechsel allerdings nicht mit den abgegriffenen Flirt-Gebaren der 80er Jahre auf ! Zu Zeiten der ersten Generation von Modern Talking war der direkte Handgriff an das Heck einer Dame sicherlich ein probates, wenn auch risikofreudiges Mittel der forcierten Ergebniskontrolle nach umfangreicher Umgarnung: Entweder man kassierte postwendend die Schelle und hatte Unmengen Cocktails für nichts ausgegeben, oder das Objekt der Begierde sprang auf diese schlüpfrige Nummer direkt an und riss freudestrahlend die Beine auseinander. Da wir aber mittlerweile im 21. Jahrhundert angekommen sind, hat die breite Masse des femininen Geschlechts zumindest mal oberflächlich in der „Emma“ geblättert und einen durch das kommunale Gleichstellungsreferat subventionierten Selbstverteidigungskurs belegt ! Deshalb handeln Sie sich heutzutage mit einer solchen Aktion in Tresenweite unweigerlich einen komplizierten Nasenbeinbruch nebst Kurzurlaub in der Zelle aufgrund unzüchtigen Verhaltens ein. Egal wie asynchron die Sympathien vorher zu Ihren Gunsten verteilt waren.

Ergo muss anders ans Werk gegangen werden. Ein vorab erfolgter Blick in die Bibliographie von Heinz Sielmann sollte dabei zur Erkennung der Lage nicht hinderlich sein. Schließlich ist der Mensch lediglich ein zur Selbstreflexion fähiges Tier, bei dem die animalischen Grundfunktionen immer noch erstaunlich gut intakt sind: Wird Ihnen seitens der potentiellen Gespielin in spe eine laszive Willigkeit angezeigt, welche aber durch eine zögerliche Natur gebremst wird, passen Sie Ihren Schlachtplan einfach an die vorgefundene Situation an. Die Frau ist ein Rudeltier, dass gilt um so mehr, je unsicherer sie agiert. Nur ungern löst sie sich von ihrer Gruppe, die ihr Sicherheit und Geborgenheit verspricht. Egal wie ansprechend Ihr Auftritt auf sie wirkt. Problem ist, dass sie in diesem Fall umringt wird von unzähligen sie neidvoll beäugenden Freundinnen, die ihr permanent im Ohr liegen und alles daran setzten, Ihnen verbale Stöckchen in die Speichen zu stecken. Hierbei haben wir es mit einer negativen Spezies der bereits bekannten „Flüsterinnen“ (siehe Stufe 1) zu tun: Diese mit dem Zielobjekt emotional verbundenen Personen sind nicht wie bisher gewohnt in Ihrem Sinne instrumentalisierbar, sondern verhalten sich auf Ihrer Pirsch so wie eine Meute PETA-Aktivisten auf einer royalistischen Treibjagd. Heißt: Sie werden topfschlagend durch das kognitive Unterholz ihrer Freundin rennen und jeden lüsternen Gedanken aufzuschrecken versuchen. Hier hilft dann nur noch die Neandertaler-Taktik: Das Beutetier muss von der Herde weggelockt und dann erlegt werden.

Beziehen Sie unvorbereitete Menschen in Ihr Spiel mit ein
Dazu hilft der folgende symbiotisch ausgestaltete Kniff: Sie haben doch tatsächlich dort hinten gerade einen alten Kollegen aus Schulzeiten gesichtet, mit welchem Sie kurz mal ein Bier trinken müssten. „Wenn de Bock hast, kannste ja gleich dazu stoßen.“ Damit ist beiden Seiten enorm geholfen: Sie signalisieren einerseits ihr durch die Blume, dass großes Interesse an weiteren nächtlichen Aktivitäten über diesen Discobesuch hinaus besteht. Damit weiß die Dame ziemlich genau woran sie ist. Andererseits erwächst aus dieser Maßnahme auf Ihrer Habenseite eine exakte Evaluation Ihrer Anziehungskraft: Wird Ihnen wirklich nach ein paar Minuten unauffällig gefolgt, waren Ihre bisherigen Bemühungen von Erfolg gekrönt. Ansonsten sind sie stundenlang einem „Feind“ aufgesessen. Wäre sicher ärgerlich, hätte aber wiederum pädagogischen Effekt für den nächsten Versuch. Sie merken sicherlich schnell den Unterschied zwischen den ersten beiden Lektionen und der hier vorliegenden Stufe: In der Ü-30-Disko wie in der Sky-Sports-Bar gebärdeten sich die dort ansässigen, eher niveau-ungebundenen Frauen vornehmlich wie Hunde: Vollends dressiert, im Verhalten von äußerster Prädiktion getragen und nicht vom Fuße weichend. Heute Abend aber haben wir es mehrheitlich mit selbstbewussten Katzen zu tun, die vollständig auf eigene Rechnung handeln und deren Sympathie man sich aufwendig erarbeiten muss, will man ihren Nacken kraulen dürfen. Der Ausgang des Disko-Besuches ist zu diesem Zeitpunkt also immer noch völlig ergebnisoffen und kaum vorherzusehen. Allerdings haben Sie vorab alle Kleidungsregeln beachtet, in unklarer Gefechtslage den „Freund“ erkannt und sind anschließend umsichtig vorgegangen. Was soll jetzt noch schief gehen ?

Aber gut, vergessen wir nicht, kurz vor dem erhofften Ende den finalen Schritt auszuführen. Stellen Sie sich also kurz zu irgendeinem unbekannten Typen, der optisch nicht zu sehr aus dem Rahmen fällt (denn die umstehenden Bekannten sagen ja immer auch was über einen selbst aus), aber andersrum auch nicht das Potential besitzt, im angebrochenen Endstadium Ihre aufkeimende Saat als Ernte einzufahren. Augenblickliches Pokern ist hier angezeigt, schließlich begegnet man sich zum ersten Mal, muss aber auf alten Bekannten machen. „Bist du nicht ? Oh, bist du nicht ? Aber du warst doch auch auf der ? Nein ? Wahnsinn, ich hätte schwören können... Du siehst echt genauso aus wie er. Sachen gibt’s...“ Dieser reichlich dämlich anmutende, aber dennoch sehr effektive Einstieg reicht völlig, um für 2,3 Minuten einen lauwarmen Dialog über Verwechslungen aufrecht zu halten. Dann streift Ihnen von hinten auch schon zärtlich eine Hand über den Rücken, während das ersehnte Gesicht erscheint, sich Ihrem Ohr nähert und mit Schlafzimmerblick flüsternd fragt: „Zu mir oder zu dir ?“ Natürlich zu Ihnen. Die gestern frisch gekaufte und feierlich aufs Lattenrost genagelte Dunlopillo will schließlich vor Ablauf der Garantie einem umfangreichen Stresstest unterzogen werden. Ach ne, der Lange hat ja heute morgen nach dem post-komatösen Eieressen noch minutenlang hinter die Heizung gekotzt, welche Sie eigentlich wegen der penetranten Geruchsentwicklung auch noch vor dem Weggehen etwas runterdrehen wollten. „Lass ma zu dir, ich find grad meinen Schlüssel nicht...“ Glückwunsch, Sie wurden befördert !