| Für den Koprologen unverzichtbar: die Bristol Stool Chart (BSC) |
Vielleicht ist dem einen oder anderem Leser dieses Blogs auch schon mal unter gekommen dass er sich an stillen Orten existentielle Fragen gestellt hat. Und gerade dieses lädt dazu ein, insbesondere wenn man sich eine BSC-Type 2 aus der Rektumampulle quält. Und wir sprechen nicht von solchen grundlegenden Fragen wie "Facebook oder StudiVZ" (längst entschieden), sondern spielen in der Liga „was wenn Papa Ratzinger doch recht hat“. Dieser ermahnt seit längerem zur „Rückbesinnung auf Gott“. Ist dies nur ein geschickter Marketingschachzug, oder hat Roms erfolgreichster Hitlerjunge (Kampfname Benedikt 16) doch mehr Weisheit unter der Soutane gebunkert als uns Taufschein-Atheisten lieb ist? Ist es vielleicht eine gute Wurst-Case-Strategie ein gottgefälliges Leben zu führen?
In solchen Momenten greift man dann gern zu göttlich offenbarten Texten wie die in unserem christlich-jüdisch geprägten Abendland leicht erhältliche Bibel und schaut nach, was diese zu unseren nahe liegendsten Problemen zu sagen hat. Und nahe liegt uns nun mal in solchen Momenten eine Kackwurst goliathischer Dimensionen (bei guter Verdauung), die einem zur Frage führen mag: Wie kann ich gottgefällig defäkieren?
Hier mag der ehemals fleißige Konfirmand/Kommunionist (man wähle seine bevorzugte Denomination) leise die zehn Gebote auf Erleuchtung scannen, eine Antwort wird er dort aber nur schwerlich finden, außer wir befinden uns auf einen Festival-Dixie wo „Begehre nicht deines nächsten Hab und Gut“ in diesem Zusammenhang Gültigkeit besitzen mag. Der fleißige Sinnsucher muss die Bibel physisch in die Hand nehmen, um nach nur ein paar hundert Seiten im Kindergottesdienstklassiker Deuteronomium (vulgo: 5. Buch Moses) fündig zu werden:
„Wenn ein Mann nachts im Schlaf einen Samenerguss hatte, ist er unrein und muss das Lager verlassen. Er darf es am nächsten Tag nicht betreten. Erst bei Sonnenuntergang kann er zurückkommen, wenn er sich vorher gewaschen hat.Außerhalb des Lagers sollt ihr einen Platz haben, wo ihr austreten könnt.Wenn jemand dort sein Geschäft erledigt, soll er vorher ein Loch graben und es danach wieder mit Erde füllen. Nehmt dazu in eurem Gepäck eine kleine Schaufel mit. Der Herr, euer Gott, ist mitten unter euch in eurem Lager! Er beschützt euch und gibt euch den Sieg über eure Feinde. Deshalb muss euer Lager heilig sein. Wenn der Herr dort etwas sieht, was er verabscheut, wendet er sich von euch ab.“5. Mose 23,10-15
| Vorschriftsgerechte Latrine beim interreligiösen Kulturfest: Schaufeln werden gestellt |
Hier mag selbst der Exeget kässmannscher Ausprägung verwirrt sein: Natürlich, postulieren wir, dass mit Lager vielleicht gleich Bett gemeint ist (was man durch die Verhaltensregel bei ungezielter Ejakulation bestätigt sehen kann), dann mag dies ein guter Tipp sein. Aber dass die wassergespülte Toilette unchristlich ist hat man uns im Wort zum Sonntag bisher verschwiegen. Hier war man im sogenannten finsteren Mittelalter schon ein bisschen weiter, auch wenn damals historischer Überlieferung nach die Schaufelmitführungspflicht eher vernachlässigt wurde.
Es steht allerdings zu vermuten, dass die fehlende Vergrabungstiefe menschlicher Ausscheidung den interstellaren Superherrscher nicht allzu sehr erzürnt, schließlich hat er etwas später einen guten Diätplan, mit dem keine Atkins- oder Brigitte-Kohlsuppendiät mithalten kann:
„250 Gramm Brot und einen Liter Wasser darfst du an einem Tag zu dir nehmen. Wieg sie genau ab, und dann iss und trink zu festgelegten Zeiten! Bereite das Brot so zu wie Gerstenbrot, und back es vor aller Augen auf Menschenkot!“
Hesekiel 4,10-12
Gerade die geschickte Wahl des Brennstoffs sollte zur rapiden Gewichtsreduktion führen, ja, man sollte vielleicht von der ersten schriftlich verbürgten Nulldiät sprechen. Warum gerade „God's own country“ USA in Anbetracht dieser konkreten Anweisungen unter extremer Fettleibigkeit leidet, bleibt uns ein Rätsel.
In Band 2 des weltweiten Bestsellers erfahren wir sogar, dass nicht nur die alte Volksmedizin Urin, sondern auch das feste menschliche Ausscheidungsprodukt eine heilende Wirkung hat. Erfolgreich angewendet zum Beispiel von Jesus bei seinem Signature Move, der Blindenheilung:
„Da sprachen sie zu ihm: Wie sind deine Augen aufgetan worden? Er antwortete und sprach: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Kot und schmierte meine Augen und sprach: "Gehe hin zu dem Teich Siloah und wasche dich!" Ich ging hin und wusch mich und ward sehend.“
Johannes 9,10-11
Fassen wir also zusammen: wenn man nicht gerade kleine medizinische Eingriffe vor hat oder einen CO2-neutralen Brennstoff für den Herd braucht, sollte man seinen morgendlichen Stuhlgang fachgerecht beerdigen. Sein Klo kann man zur Privatkapelle umfunktionieren (der Altar steht ja bereits) und jeden Nachbarn dem es „stinkt“ wegen Beschimpfung von Bekenntnissen (vulgo: Blasphemie) anzeigen (StGB §166).
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